Sportmundschutz

Adopted by the FDI General Assembly September, 2008 in Stockholm, Sweden
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Hintergrund

Unabhängig von Alter, Geschlecht und Fertigkeit in der ausgeübten Sportart besteht sowohl für Freizeit- als auch für Profisportler die Gefahr von Verletzungen im Zahn- und Mundbereich.1-3  Zu traumatischen Verletzungen im Zahn- und Mundbereich kann es auch bei kontaktfreien Sportarten und beim Turnen kommen.1,3  Studien haben übereinstimmend gezeigt, dass ein individuell hergestellter Mundschutz mit adäquater Dicke im Labial- und Okklusalbereich einen signifikanten Schutz gegen intraorale Verletzungen bietet, da er aufgrund seiner elastischen Eigenschaften die bei einem Schlag oder Stoß eingeleiteten Kräfte in idealer Weise aufnimmt und ableitet und auf diese Weise eine wirkungsvolle Schutzfläche bietet. Es gibt jedoch keinen ausreichenden Nachweis zur Bestätigung der Annahme, dass ein Mundschutz Kontusionsverletzungen vorbeugen kann.

In einer Metaanalyse2 wurde festgestellt, dass das Gesamtverletzungsrisiko bei sportlichen Aktivitäten von Personen, die keinen Mundschutz tragen, 1,6-1,9-fach höher ist als bei Mundschutzträgern. Eine Studie4 mit College-Baseballmannschaften konnte nachweisen, dass Athleten mit individuell hergestelltem Mundschutz signifikant weniger Mundverletzungen erlitten als die Sportler, die diesen Mundschutz nicht benutzten.

Die Erkenntnisse sprechen dafür1, dass ein individuell angefertigter Mundschutz den besten Schutz und Tragekomfort bietet, dass ein individuell angepasster Mundschutz (Boil-and-Bite) einen weniger adäquaten Schutz bietet, und dass ein konfektionierter Mundschutz die geringste Schutzwirkung und den geringsten Tragekomfort aufweist.

Erklärung

Die FDI World Dental Federation empfiehlt:

  • dass die nationalen Zahnärzteverbände die Angehörigen zahnärztlicher Berufe und die Öffentlichkeit nachdrücklich auf die Vorteile eines Sportmundschutzes einschließlich der Verhinderung von Mund- und Gesichtsverletzungen hinweisen;
  • dass die Angehörigen zahnärztlicher Berufe ihre Patienten danach fragen, ob sie Sportarten oder Aktivitäten betreiben, die das Risiko von Mundverletzungen beinhalten;
  • dass Menschen jedes Alters, die solche Sportarten oder Aktivitäten betreiben, einen Mundschutz tragen;
  • dass Patienten über die Vorteile des Tragens eines Mundschutzes zur Verhinderung orofacialer Verletzungen und ebenfalls über die Schutzeigenschaften, Kosten und Pflegeanforderungen der unterschiedlichen Mudschutzausführungen informiert werden.

Literaturhinweise

  1. American Dental Association Council on Access, Prevention and Interprofessional Relations; American Dental Association Council on Scientific Affairs. Using mouthguards to reduce the incidence and severity of sports-related oral injuries. J Amer Dent Assoc 2006 137: 1712-1720
  2. Knapik JJ, Marshall SW, Lee RB, Darakjy SS, Jones SB, Mitchener TA, de la Cruz GG, Jones BH. Mouthguards in sport activities: history, physical properties and injury prevention effectiveness. Sports Med 2007 37: 117-144
  3. Kumamoto DP, Maeda Y. A literature review of sports-related orofacial trauma. Gen Dent 2004 52: 270-280
  4. Labella CR, Smith BW, Sigurdsson A. Effect of mouthguards on dental injuries and concussions in college basketball. Med Sci Sports Exerc 2002 34: 41-44
Dental Practice Committee

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