Förderung der Zahngesundheit durch Fluoridzahnpasta

Adopted by the FDI General Assembly November, 2000 in Paris, France
Revised September, 2018 in Buenos Aires, Argentina
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Kontext

Fluoridzahnpasta ist weltweit die am weitesten verbreitete Fluoridquelle. Seit den 1970er Jahren hat Fluoridzahnpasta für sich allein oder in Verbindung mit der Trinkwasserfluoridierung einen maßgeblichen Anteil an der abnehmenden Inzidenz von Dentalkaries1.

Der FDI befürwortet die Verwendung von Fluorid in einer angemessenen Konzentration und Dosierung zur Behandlung von Dentalkaries sowie zur Prävention und/oder Behandlung von Initialläsionen bei Kindern und Erwachsenen (einschließlich älterer und sonstiger Risikopatienten)2.

Der wichtigste Faktor, um die Entstehung oder Entwicklung von kariösen Läsionen zu verhindern, ist eine ausgewogene Balance von Remineralisierung und Demineralisierung von Zahnhartsubstanz, damit es langfristig gesehen nicht zu einem Verlust von Mineralien kommt. Es ist nachgewiesen, dass die Vermeidung einer regelmäßigen Aufnahme von Kohlenhydraten, die regelmäßige Biofilm-Entfernung von der Zahnoberfläche und die Verwendung von Fluoridzahnpasta in Verbindung mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt die besten Strategien zu diesem Zweck sind und deshalb nachdrücklich empfohlen werden3.

Trotz all dieser Empfehlungen ist Dentalkaries nach wie vor ein Problem der öffentlichen Gesundheit, weshalb die Verwendung fluoridierter Zahnpasta empfohlen werden sollte, um einen Beitrag zur Auslöschung dieser Krankheit weltweit zu leisten.

Geltungsbereich

Die Verwendung von Zahnpasta mit einem Fluoridgehalt zwischen 1000 und 1500 ppm hat sich als effektiv für die Prävention, Hemmung und Behandlung von Dentalkaries erwiesen5.

Die topische Anwendung niedrig dosierter Fluoride während des Tages reduziert nachweislich die Inzidenz von Dentalkaries bei einem vernachlässigbaren Risiko einer Schmelzfluorose. Die Verwendung von Fluoridzahnpasta bei kleinen Kindern und besonders Kleinkindern unter 3 Jahre muss immer unter Aufsicht erfolgen1,3.

Die beste Technik besteht im mindestens zweimaligen Zähneputzen täglich für mindestens zwei Minuten und bevorzugt ohne Ausspülen des Mundes mit Wasser nach Ausspucken der Zahnpasta. Es ist wichtig, die Zähne direkt vor dem Schlafengehen zu putzen sowie ein zweites Mal am Tag, dies kann morgens oder unmittelbar nach einer Mahlzeit erfolgen3. Ältere Erwachsene sollen den Mund vor dem Zähneputzen kräftig ausspülen.

Definitionen

Fluoridzahnpasta: Die regelmäßige Verwendung von Fluoridzahnpasta ist als wichtige Methode zur Verringerung der Prävalenz und Schwere von Dentalkaries anerkannt und verzögert den Kariesbeginn in der Bevölkerung1,3,4. Sie zeigt ebenfalls bei der Behandlung  nicht-kavitierter kariöser Schmelzläsionen Wirkung und kann das Fortschreiten einer kavitierten Karies wie z.B. Wurzelkariesläsionen stoppen5. Die geringen Kosten und die Produktsicherheit sind weitere wichtige Argumente, Fluoridzahnpasta in Verbindung mit der Biofilm-Entfernung im Kampf gegen Dentalkaries einzusetzen.

Grundsätze

Die FDI World Dental Federation fordert nachdrücklich alle Länder auf, die Bedeutung einer überall verfügbaren Fluoridzahnpasta zur Bekämpfung von Dentalkaries sowie zur Verbesserung der Mundgesundheit und der Allgemeingesundheit anzuerkennen.

Stellungnahme

Die FDI spricht sich für die Verwendung einer rezeptfreien Zahnpasta mit einer Fluoridkonzentration zwischen 1000 und 1500 ppm und mindestens 800 ppm bioverfügbaren Fluoridionen für jedermann aus. Weiterhin empfiehlt die FDI:

  • Förderung fluoridierter Zahnpasten aufgrund ihrer evidenzbasierten Effektivität im Vergleich zu konkurrierenden rezeptfreien-Produkten.
  • Eltern/Betreuer sollten bei ihren Kindern mit dem Zähneputzen beginnen, sobald die Milchzähne beginnen durchzubrechen.
  • Für Kinder unter 3 Jahre sollten die Leitlinien der entsprechenden nationalen Behörden erücksichtigt werden;
  • Kinder zwischen 3 und 6 Jahre sollten sich die Zähne mit einem erbsengroßen Stück Fluoridzahnpasta unter Aufsicht eines Erwachsenen putzen um sicherzustellen, dass sie keine Zahnpasta verschlucken.
  • Bei Patienten mit einem hohen Kariesrisiko, die älter als 16 Jahre sind, kann Fluoridzahnpasta eine höhere Konzentration als 1500 ppm haben, wobei die Konzentration auf die Bedürfnisse des Patienten anzupassen ist.

Die FDI fordert alle Interessengruppen einschließlich der Regierungen, der Berufsverbände, der Träger der Bildungssysteme, der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft auf, Maßnahmen zu ergreifen um sicherzustellen, dass:

  • die Bevölkerung den Nutzen des zweimaligen täglichen Zähneputzens mit einer fluoridierten Zahnpasta zu zweckmäßigen Tageszeiten und unter Verwendung der richtigen Technik versteht;
  • die Einführung vonZähneputzen mit Fluoridzahnpasta in Schulen und Betreuungseinrichtungen als wichtige öffentliche Gesundheitsmaßnahme verstanden wird;
  • eine wirksame Fluoridzahnpasta überall zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung steht;
  • die Steuern auf Fluoridzahnpasta gesenkt werden; und
  • die Maßnahmen nationaler Regulierungsstellen darauf ausgerichtet werden, ISO 11609:2017 anzunehmen und zu befolgen, um die Qualität von Zahnpasta zu verbessern.

Disclaimer

Die Informationen in dieser Stellungnahme basieren jeweils auf dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand. Sie können so ausgelegt werden, dass sie existierende kulturelle Sensibilitäten und sozioökonomische Zwänge widerspiegeln.

Literaturhinweise

  1. Featherstone JD. Prevention and reversal of dental caries: role of low level fluoride. Community Dent Oral Epidemiol. 1999;27(1):31-40.
  2. Jepsen S et al. Prevention and control of dental caries and periodontal diseases at individual and population level: consensus report of group 3 of joint EFP/ORCA workshop on the boundaries between caries and periodontal diseases. J Clin Periodontol 2017; 44 Suppl 18: S85-S93.
  3. FDI. Promoting Oral Health Through Fluoride, Int. Dental Journal 2018: 68(1): 16–17
  4. WHO. WHO Expert Consultation on Public Health Intervention against Early Childhood Caries: Report of a meeting, Thailand, 26-28 January 2016. Geneva: WH O; 2017. Available from: http://www.who.int/oral_health/publications/early-childhood-caries-meeting-report-Thailand/en/. Accessed on 25 July.
  5. Wong MC et al. Cochrane reviews on the benefits/risks of fluoride toothpastes. J Dent Res. 2011;90(5):573-9.
  6. Lenzi TL et al. Are topical fluorides effective for treating incipient carious lesions?: a systematic review and meta-analysis. J Am Dent Assoc 2016; 147: 84–91. e1.
Public Health Committee

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