Richtlinien für freiwillige Mitarbeiter im zahnärztlichen Sektor

Adopted by the FDI General Assembly August, 2005 in Montreal, Canada
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Die FDI erkennt den wichtigen Beitrag und die Arbeit von freiwilligen Mitarbeitern und Ehrenamtlern für die wirtschaftliche, soziale und medizinische Entwicklung weltweit an. Ihr Engagement bei der Erreichung eines gleichen Gesundheitsstatus und bei der Überwindung der Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen und Ländern wird hoch geschätzt und anerkannt und - wo und wie nur immer möglich - gefördert und unterstützt.

Das Ziel jeglicher freiwilligen Aktivität im Mundgesundheitsbereich sollte immer die Verbesserung der Mundgesundheit der betreffenden Bevölkerungsgruppe sein sowie die Verbesserung der dauerhaften Verfügbarkeit von zahnmedizinischer Hilfe, durch kontinuierliche Unterstützung. Deshalb wird vorgeschlagen, dass für freiwillige Mitarbeiter bei zahnärztlichen Entwicklungsprojekten die nachfolgenden Basisrichtlinien gelten sollten:

  • Vorzugsweise sollte bei einem bereits laufenden Programm oder Projekt mitgearbeitet werden, also bei einem Programm, das in dem Land oder der Bevölkerungsgruppe der Wahl schon etabliert ist und von der nationalen Regierung, dem nationalen Zahnärzteverband oder anderen Gesundheitsorganisationen anerkannt wird.
  • Unbedingt sollte der freiwillige Mitarbeiter die internationalen zahnärztlichen ethischen Grundsätze der FDI kennen und er sollte immer bestrebt sein, diese in jedmöglicher Situation und jedmöglichem Umfeld zu befolgen. Freiwillige im zahnärztlichen Team haben eine wichtige Aufgabe, denn sie sind Goodwill-Botschafter und repräsentieren die Zahnärzteschaft als Ganzes. Sie sollten deshalb immer professionell, mit persönlicher Verantwortung und im Einklang mit ethischen Grundsätzen agieren.
  • Freiwillige Mitarbeiter sollten die gesetzlichen Anforderungen für die zahnärztliche Berufsausübung in dem Land ihrer Wahl erfüllen, einschl. der erforderlichen Qualifikationen, Diplome und einer gültigen Haftpflichtversicherung.
  • Notfallbehandlung und Erstversorgung sind wichtige Aspekte bei der freiwilligen Tätigkeit. Die langfristige Versorgung und die Garantie der dauerhaften Fortführung der Mundgesundheitsversorgung sollte aber von ebensolcher Wichtigkeit sein, z. B. durch Weiterbildung und Unterstützung von lokalem Personal, durch Einführung von Präventionsmaßnahmen oder durch die Ausbildung von neuem Personal.
  • Ein freiwilliger Mitarbeiter sollte mit Vorsicht vorgehen, wenn neue Materialien und Ausrüstungsgegenstände eingesetzt werden sollen, die nicht vorher auf Projekttauglichkeit geprüft wurden, denn ggf. sind diese nicht für den speziellen Fall geeignet oder ihre ordentliche Wartung ist wegen fehlender Ressourcen nicht möglich.
  • Allgemeine Grundsätze, wie Projektplanung, Befundaufzeichnung und Berichterstattung sowie Auswertung sind für den Erfolg eines Projektes von großer Bedeutung und müssen beachtet werden. Ist das Projekt neu oder steht die Umsetzung eines neuen Projekt unmittelbar bevor, sollte Unterstützung und Beratung von erfahrenen Kollegen oder Experten und lokalen Fachverbänden eingeholt werden.
  • Jeder freiwillige Mitarbeiter sollte die Kultur des Gastlandes respektieren und sich soweit möglich den Lebensgewohnheiten anpassen.

Die FDI bittet Freiwillige und Organisationen, die mit Freiwilligen oder Ehrenamtlern arbeiten, nachdrücklich, die hier aufgeführten Richtlinien zu beachten, sie ihren Belangen anzupassen und ihre Verbreitung bei anderen freiwilligen Mitarbeitern und entsprechenden Organisationen zu fördern.

Public Health Committee

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