Nichtinfektiösen Krankheiten

Adopted by the FDI General Assembly August, 2013 in Istanbul, Turkey
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Mundgesundheit und globale Gesundheit

Nichtinfektiöse Krankheiten (NCDs = Non-communicable diseases) verursachen weltweit die höchsten Erkrankungsbelastungen. Aufgrund der Bedeutung von NCDs hat die hochrangige Konferenz der Vereinten Nationen zum Thema nichtinfektiöse Krankheiten im September 2011 eine wegweisende politische Erklärung abgegeben und dabei besonders darauf hingewiesen, dass „Nieren-, Mund- und Augenerkrankungen für viele Länder eine erhebliche Erkrankungsbelastung darstellen und dass es für diese Krankheiten gemeinsame Risikofaktoren gibt. Eine abgestimmte Vorgehensweise gegen nichtinfektiöse Krankheiten dürfte deshalb einen hohen Nutzen haben.“

Die Auswirkungen von Munderkrankungen auf NCDs sind beträchtlich und beinhalten Schmerz und Leiden, funktionale Beeinträchtigungen, verminderte Lebensqualität und Behandlungskosten. Darüber hinaus ist auch das Ausmaß der weltweiten Ungleichheiten im Bereich der Mundgesundheit nicht annehmbar. Zwischen häufigen Mundinfektionen/Mundentzündungen wie parodontalen Erkrankungen und NCDs wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmten Krebsarten und Atemwegserkrankungen besteht ein Zusammenhang. Es sind zusätzliche Forschungen erforderlich um festzustellen, wie stark Mund- und Allgemeingesundheit voneinander abhängen und welche klinischen Implikationen sich daraus ergeben; hierfür ist die Zusammenarbeit mit medizinischen Fachkräften anderer Disziplinen erforderlich.

Zu den gemeinsamen Risikofaktoren für NCDs einschließlich Munderkrankungen gehören ungesunde Ernährung wie übermäßiger Zuckerverbrauch, Tabakkonsum und Alkoholmissbrauch, wobei all diese Verhaltensweisen in hohem Maße durch sozioökonomische Determinanten bestimmt werden.

Die FDI geht davon aus, dass die weltweite NCD-Bewegung durch Strategien zur Kontrolle und Prävention von Munderkrankungen zum Vorteil einer optimalen Mundund Allgemeingesundheit wichtige Impulse erhalten kann.

Die Aufgabe der FDI bei der Bekämpfung von NCDs und der Förderung der Mundgesundheit

  1. Die FDI sollte sich für globale Initiativen zur Verbesserung der Gesundheit einsetzen, die Strategien für die Mundgesundheit zu einem festen Bestandteil der NCD-Agenda besonders im Rahmen der UN-Sonderorganisationen machen.
  2. Die FDI sollte Bündnisse mit anderen Stakeholdern im Bereich NCDs eingehen, zum Beispiel mit anderen Gesundheitsorganisationen, NGOs und dem privaten Sektor.
  3. Auf Grundlage derWHA-Resolution von 2007 über die Förderung der Mundgesundheit und eine integrierte Krankheitsprävention fördert die FDI die Integration der Mundgesundheit in die NCD-Programme.
  4. Der Common Risk Factor Approach ist ein Leitprinzip für die Entwicklung evidenzbasierter und die gesamte Bevölkerung einschließender therapeutischer und präventiver Maßnahmen, die soziale Determinanten berücksichtigen, um die Erkrankungsbelastung zu verringern.

Die Rolle der NDAs bei der Bekämpfung von NCDs und der Förderung der Mundgesundheit

  1. Die NDAs sollten Regierungen, politische Entscheider und führende Persönlichkeiten aus Gemeinden über die große Bedeutung gemeinsamer Risikofaktoren aufklären, die sowohl Munderkrankungen als auch andere NCDs beeinflussen.
  2. Die NDAs sollten einflussreiche Bündnisse mit allen nationalen Stakeholdern eingehen, die Maßnahmen gegen NCDs ergreifen.
  3. Die NDAs und die Dentalmediziner sollten sich für die Durchführung integrierter und sorgfältig geplanter Maßnahmen gegen NCDs innerhalb des Gesundheitssektors unter Beteiligung des Bildungssektors und des öffentlichen/privaten Sektors einsetzen.
  4. NDAs sollten proaktiv gesundheitsfördernde Strategien mit Präventiv- und Kontrollwirkung im Bereich NCDs im Interesse einer optimalen Mund- und Allgemeingesundheit durchführen.

Literaturhinweise

  • Politische Erklärung der hochrangigen Konferenz der Vereinten Nationen zum Thema Prävention und Kontrolle nichtinfektiöser Krankheiten. Resolution A/66/L1, Vereinte Nationen, New York, 2011.
  • Politische Erklärung von Rio über die sozialen Determinanten von Gesundheit, Weltgesundheitsorganisation, Rio de Janeiro, Brasilien, 21. Oktober, 2011.
  • Sheiham A., Watt RG. The common risk factor approach: a rational basis for promoting oral health. Community Dent Oral Epidemiol 2000; 28:399-406.
  • Watt RG., Sheiham A. Integrating the common risk factor approach into a social determinant framework. Community Dent Epidemiol 2012;40:289-296.
  • Weltgesundheitsorganisation. Mundgesundheit: Aktionsplan für die Förderung der Mundgesundheit und integrierte Krankheitsprävention. Resolution der Weltgesundheitsversammlung WHA60/R17, 2007.
Science Committee

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