Muskelskeletterkrankungen und zahnärztliche Berufsausübung

Adopted by the FDI General Assembly October, 2007 in Dubai, United Arab Emirates
Download PDF

Aufgrund ihrer hohen Prävalenz und ihrer Auswirkungen auf das Leben, die Gesundheit und die Produktivität stellen Muskelskeletterkrankungen (MSE) eines der wichtigsten Berufsrisiken von Zahnärzten dar. Die FDI-Stellungnahme will die Zahnärzte auf die multifaktorielle Ätiologie dieser Erkrankungen sowie auf die Bedeutung einer entsprechenden Prävention hinweisen.

Um eine gesunde Funktion von Muskeln und Stützgerüst zu erhalten, müssen Zahnärzte über die Möglichkeiten und ernsten Folgen von MSE informiert sein. Sie sollten deshalb die besondere Bedeutung undWertigkeit der folgenden Punkte erkennen:

  • Früherkennung der diversen Anzeichen und Symptome von MSE;
  • Kenntnis der vielfältigen, mit der Arbeit assoziierten Risikofaktoren, z.:
    • B. physischer Art ((unnatürliche Körperhaltung, Überstunden, unergonomische Geräte, Instrumente usw.),
    • psychologischer Art (Zeitdruck, Finanzprobleme usw.),
    • und individueller Art (Rauchen, Übergewicht, fehlende körperliche Betätigung usw.) sowie der
    • nicht mit der Arbeit assoziierten Risikofaktoren
  • Erkenntnis, dass die meisten MSE entweder durch Vermeidung oder Modifizierung der Risikofaktoren verhindert werden können
  • Prävention ist die wirkungsvollste Maßnahmen zur Verhinderung von MSE. Hierzu ist auf zahlreiche präventive Maßnahmen zurückzugreifen (z. B. Schulungen, Verhaltensänderungen, natürliche Arbeitshaltung, geeignete Ergonomie des Arbeitsplatzes, gesundheitsverträgliche Arbeitszeiten, richtige Wahl und Verwendung von Ausrüstungen und Instrumenten, Anwendung gesunder Ergonomieprogramme, grundlegende Arbeitsschutzmaßnahmen am Arbeitsplatz, Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit, regelmäßige ärztliche Untersuchungen usw.)
  • darüber informiert sein, dass die meisten MSE alle Mitglieder des zahnärztlichen Teams betreffen können und es grundsätzlich ein Rezidivpotenzial gibt, so dass alle präventiven Maßnahmen kontinuierlich durchzuführen sind und ihre Effizienz systematisch geprüft werden muss
  • wissen, dass es im Hinblick auf MSE zahlreiche ungeklärte Aspekte gibt und keine evidenzbasierte alleinige universelle Behandlungsmöglichkeit existiert, und dass dieWirksamkeit jeder Behandlung von individuellen Umständen abhängt
  • Besondere Bedeutung der Wahl einer geeigneten medizinischen Behandlung bei einer vermuteten Erkrankung und Vermeidung einer Eigenbehandlung mit der Einnahme von Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial.

Als Hintergrundinformationen, die vom Komitee für zahnärztliche Berufsausübung im Zusammenhang mit dieser vorläufigen FDI-Stellungnahme speziell entwickelt wurden, zitieren wir drei kurze Artikel, die im International Dental Journal veröffentlicht wurden.

  • Musculoskeletal disorders (MSDs) and dental practice. Part 1. General informationterminology, aetiology, work-relatedness, magnitude of the problem, and prevention. Inter Dent J 2006 56 (6):359-366
  • Musculoskeletal disorders (MSDs) and dental practice. Part 2. Risk factors for dentistry, magnitude of the problem, prevention, and dental ergonomics. Inter Dent J 2007: 57 (1):45-54.
Science Committee

Share it