Mundgesundheit für gesundes Altern

Adopted by the FDI General Assembly September, 2009 in Singapore, Singapore
Revised September, 2015 in Bangkok, Thailand
Download PDF

Kontext

In den letzten Jahrzehnten ist die alternde Bevölkerung weltweit durch die Umsetzung wirksamer Gesundheitspolitiken zur Erhöhung der Lebenserwartung sowie Fortschritte in der Wissenschaft und der Gesundheitsversorgung gewachsen. Derzeit bleibt die Prävalenz von Zahnkaries, parodontaler Erkrankungen, Zahnverlust, Mundtrockenheit und Oralkrebs weltweit sehr hoch, insbesondere bei älteren Menschen. Diese Mundkrankheiten sind begleitet von Kaustörungen, unangemessener Nahrungsaufnahme, schlechterer Lebensqualität oder sogar Tod. Eine schlechte Mundgesundheit kann die Fähigkeit, in der Gesellschaft zu funktionieren und mit anderen Menschen zu interagieren, beeinträchtigen und stärkere Entzündungen im Mundraum können zu schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Demenz führen. Eine Verschlechterung der oralen Funktion hat einen Einfluss darauf, wie lange man erwarten kann gesund zu bleiben, während man älter wird und kann deshalb die öffentlichen Mittel beträchtlich belasten.

Anwendungsbereich

Diese Stellungnahme behandelt die Hauptthemen der für gesundes Altern notwendigen Mundgesundheitsversorgung, die von nationalen Behörden, nationalen Zahnärzteverbänden und Zahnärzten für die Förderung der Mundgesundheit zur Bewältigung der Ausmaße auf eine weltweit alternde Bevölkerung zu berücksichtigen sind.

Definitionen

Aktives Altern ist der Prozess, die Chancen für Gesundheit, Teilnahme, soziale Aktivität und Sicherheit zu optimieren, um die Lebensqualität der Senioren zu verbessern und Menschen zu ermöglichen, ihr Potenzial für physisches, soziales und geistiges Wohlbefinden im Verlauf ihres Lebens zu erkennen.

Grundsätze

Die Beachtung der Mundgesundheit fördert nachweislich nicht nur den Erhalt eines natürlichen, gesunden und funktionellen Gebisses, sondern trägt auch zum Überleben älterer Erwachsener bei. Der Erhalt optimaler Mundgesundheit reduziert das Risiko von nicht-übertragbaren Krankheiten (NCD) und fördert gesundes Altern.

Stellungnahme

Der Zugang zu angemessener Mundgesundheitsvorsorge ist in allen Lebensstadien wichtig, insbesondere für ältere Menschen, damit sie gesund altern und die Lebensqualität verbessern können. Zahnärzte sind für die Prävention von Munderkrankungen und Zahnverlust unerlässlich, um die Risiken nicht-übertragbarer Krankheiten zu reduzieren, indem sie Praktiken zur Kontrolle oder Reduzierung von allgemeinen Risikofaktoren einleiten. Die FDI unterstützt einen multidisziplinären Ansatz basierend auf der Förderung der Mundgesundheit und Aufklärung zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Reduzierung der Ungleichheiten in der Mundgesundheit in der alternden Bevölkerung. Die FDI spricht folgende Empfehlungen aus:

  • Nationale Zahnärzteverbände, Zahnärzte und Behörden sollten gemeinsam die Mundgesundheit fördern, da ein gesundes und funktionelles Gebiss ein grundsätzlicher Teil der Allgemeingesundheit und des Wohlbefindens ist.
  • Angehörige der Gesundheitsberufe sollten sich auf einen verstärkten Bedarf an zahnmedizinischer Versorgung für Senioren mit eigenen Zähnen, einschließlich Vorsorge- und Restaurationsdienste, im Verlaufe des Lebens einstellen, da der vollständige Zahnverlust bei Senioren rückläufig ist.
  • Nationale Zahnärzteverbände und Behörden sollten Maßnahmen zur Mundgesundheit und damit verbundene Gesundheitsfaktoren überwachen und periodisch melden und dafür standardisierte epidemiologische Studien anwenden sowie Gesundheitspolitiken für Senioren unterstützen, um eine optimale Allgemeingesundheit und Mundgesundheit zu fördern.
  • Regierungsbehörden, nationale Zahnärzteverbände und akademische Institutionen sollten die wissenschaftliche Forschung zum Zusammenhang von nicht-übertragbaren Krankheiten mit Mundkrankheiten sowie deren Ausmaß auf die Allgemeingesundheit, das Wohlbefinden und die Lebensqualität weiter unterstützen und anregen, um die Aussicht auf gesundes Altern für alle zu optimieren.
  • Zahnärzteverbände und akademische Institutionen sollten Schulung und Ausbildung für die Angehörigen der Mundgesundheitsberufe auf allen Ebenen anbieten, um den wachsenden Bedürfnissen der Senioren zu entsprechen, da altersbedingte Veränderungen in der Allgemeingesundheit sowie Medikamenteneinnahme die Mundgesundheit und orale Funktion beeinträchtigen können.

Literaturnachweise

  1. World Health Organization. Active Ageing: A Policy Framework. Geneva: WHO, 2002.
  2. World Congress 2015. Tokyo Declaration on Dental Care and Oral Health for Healthy Longevity. Tokyo: JDA, 2015.
Public Health Committee

Share it