Mögliche lokale Unverträglichkeitsreaktionen bei Amalgamrestaurationen

Adopted by the FDI General Assembly October, 2007 in Dubai, United Arab Emirates
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Hintergrund

Dentalamalgam hat sich seit mehr als 150 Jahren in zahlreichen klinischen Situationen als langlebiges Restaurationsmaterial bewährt. Trotz des verstärkten Einsatzes zahnfarbener Werkstoffe, die bessere Hafteigenschaften und ästhetische Vorteile bieten, ist Amalgam nach wie vor eines der am häufigsten verwendeten Restaurationsmaterialien.

Einer der Hauptnachteile von Amalgam besteht neben den ästhetischen Aspekten und der geringeren Haftfähigkeit darin, dass es bei einer Minderheit von Patienten zu lokal begrenzten schädlichen Auswirkungen kommen kann. Dazu gehören Amalgamtätowierungen, erythematöse Läsionen des angrenzenden Weichgewebes (Zunge und Mundschleimhaut) als Folge rauer Oberflächen der Restaurationen und orale lichenoide Reaktionen.

Stellungnahme

  • Amalgamtätowierungen bewirken eine Verfärbung des Gewebes, sind aber ansonsten gutartig. Es ist keine Behandlung erforderlich.
  • In seltenen Fällen können erythematöse Läsionen dort entstehen, wo es einen Kontakt zwischen Weichgewebe und schlecht konturierten, korrodierten und mit Plaque bedeckten Amalgamrestaurationen gibt, wobei die Oberflächeneigenschaften der erworbenen Plaque evtl. von größerer Bedeutung sind als die Bestandteile des Amalgams selbst.
  • Bei diesen Patienten, die bei einem Epikutantest ebenfalls allergisch auf Quecksilber reagieren und bei denen intraoral oder an anderen Stellen des Körpers keine anderen lichenoiden Läsionen vorhanden sind, kann ein Ersatz der Restaurationen zu einem Abklingen der Schleimhautläsionen führen.
  • Der Zusammenhang zwischen oralen lichenoiden Läsionen und Amalgam muss im Rahmen weiterer Untersuchungen abgeklärt werden.
  • Für die überwiegende Mehrheit der Patienten ist Amalgam ein sicheres dentales Restaurationsmaterial mit nachgewiesenerWirksamkeit und Langlebigkeit.

Literaturnachweise

  • McCullough MJ, Tyas MJ. Local Adverse Effects of Amalgam Restorations, Inter Dental J
Science Committee

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