Lebenslange Erhaltung der Mundgesundheit

Adopted by the FDI General Assembly August, 2017 in Madrid, Spain
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Kontext

Weltweit leben die Menschen länger. Die lebenslange Erhaltung der Mundgesundheit trägt zu einer besseren Lebensqualität und zum Wohlbefinden bei.1 Globalisierung, Urbanisierung und der Wandel der Gesellschaftsnormen sowie technologische Entwicklungen beeinflussen das Gesundheitsverhalten.2 Die Antwort des öffentlichen Gesundheitswesens sollte diese großen Veränderungen in Betracht ziehen, um die Gesundheitspolitik danach auszurichten.

Anwendungsbereich

Die Mundgesundheit muss in eine lebenslange gesundheitsfördernde Politik eingebunden werden, die sich über alle Lebensabschnitte erstreckt. Eine solche Politik erfordert eine Anpassung des Gesundheitswesens sowie eine Entwicklung umfassender Systeme für Langzeitversorgung mit einer koordinierten Antwort mit anderen Sektoren und auf verschiedenen Verwaltungsebenen.3

Definitionen

Lebenslange Erhaltung der Mundgesundheit zielt darauf ab, eine gute Mundgesundheit und eine optimale Lebensqualität2 durch die Förderung der Mundgesundheit, Risikoeinschätzung, Krankheitsverhütung, Frühdiagnose und Intervention in allen Lebensabschnitten beizubehalten. Das Ziel, ein möglichst hohes Lebensalter mit dem eigenen Gebiss zu erreichen, ist realisierbar, wenn Präventivmaßnahmen und Gesundheitsversorgung das ganze Leben lang zur Verfügung stehen.5

Grundsätze

Diese Stellungnahme ruft zu einer integrierten Gesundheitspolitik in jedem Lebensstadium6 und auf allen Ebenen der zahnärztlichen Ausbildungsinstitute, am Arbeitsplatz und im Lebensumfeld auf.

Stellungnahme

Die FDI befürwortet die Aufklärung, die Förderung und die Stärkung des Mundgesundheitsbewusstseins und dessen Einfluss auf die Allgemeingesundheit und das Wohlbefinden in allen Lebensstadien. Die FDI unterstützt auch alle politischen, gesetzlichen und entscheidungsfördernden Verfahren zur Verbesserung der Förderung von Mundgesundheit und Behandlung während der gesamten Lebensdauer. Das Risiko der Entwicklung von Karies und/oder Zahnfleischerkrankungen und Mundkrebs im Erwachsenenalter wird nicht nur durch Risikofaktoren bestimmt, sondern auch durch Faktoren in der Pränatalperiode, in der Kindheit oder in einem jüngeren Alter.

Regierungen, Nichtregierungsorganisationen, nationale Zahnärzteverbände, Gemeinschaften und jeder Einzelne müssen unterstützende Umfelder schaffen, um die Mundgesundheit und das Wohlbefinden in allen Lebensabschnitten etwa wie folgt zu fördern:

  • Die Gesundheit in alle öffentlichen Politiken mit einbeziehen, z. B. Ernährung, Tabakkonsum und Zucker.
  • Die Prävention chronischer Krankheiten und Mundkrankheiten durch Integration der Mundgesundheit in Aktivitäten zur Förderung der Allgemeingesundheit verstärken.
  • Nicht-übertragbare Krankheiten (NCD) durch den Ansatz der gemeinsamen Risikofaktoren bekämpfen.
  • Die Entwicklung eines lebenslangen Vorsorgeansatzes für gute Mundgesundheit in den Hauptlebensgemeinschaften wie Schulen, Arbeitsplatz, Altenheimen, Pflegeheimen anerkennen.
  • Die nationalen Krankenversicherungssysteme/- unternehmen oder jegliche Nichtregierungskostenträger dazu aufrufen, regelmäßigen Zugang zur Mundgesundheitsversorgung (wie durch Risikoforschung festgestellt) für alle Altersgruppen zu unterstützen.
  • Gezielt Menschen mit besonderen Bedürfnissen an Gesundheitsversorgung über spezielle Aktionen, einschließlich Erhaltung oder Wiederherstellung der okklusalen Abstützung ansprechen z. B. durch Schulung und Aufklärung der Pflegepersonen (Berufspfleger und Familienangehörige) zur Unterstützung der täglichen Mundpflege.
  • Sicherstellen, dass geeignete Maßnahmen für die Mundgesundheitsversorgung in ein primäres Mundgesundheitsversorgungsmodell integriert werden, das multidisziplinäre und kollaborative Ansätze, auf nationale Bedingungen angepasst, anregt.
  • Sich für die Anerkennung der grundlegenden Führungsrolle von Zahnärzten bei der Förderung und Leistung der Mundgesundheitsversorgung für eine optimale lebenslange Mundgesundheit durch alle Interessenvertreter und zuständigen Behörden einsetzen.

Suchwörter

Lebenslange Mundgesundheit, Gesundheitsförderung, Gesundheitsintegration

Disclaimer

Die Informationen in dieser Stellungnahme basieren jeweils auf dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand. Sie können so ausgelegt werden, dass sie existierende kulturelle Sensibilitäten und sozioökonomische Zwänge widerspiegeln.

Literaturnachweise

  1. Glick M, Williams DM, Kleinman DV, Vujicic M, Watt RG, Weyant RJ. A new definition for oral health developed by the FDI World Dental Federation opens the door to a universal definition of oral health. J Public Health Dent. 2017;77(1):3–5.
  2. Hse K. The Challenge of Oral Disease-A call for global action. Oral Health Atlas 2nd Ed Geneva FDI World Dent Fed. 2015;8–11.
  3. Petersen PE, Kwan S. Equity, social determinants and public health programmes–the case of oral health. Community Dent Oral Epidemiol. 2011;39(6):481–7.
  4. Benzian H, Bergman M, Cohen LK, Hobdell M, Mackay J. The UN High‐level Meeting on Prevention and Control of Non‐communicable Diseases and its significance for oral health worldwide. J Public Health Dent. 2012;72(2):91–3.
  5. World Health Organization. WHO | Oral health Fact Sheet. WHO. (http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs318/en/, accessed __ _______ 2017).
  6. Japan Dental Association. The current evidence of dental care and oral health for achieving healthy longevity in an aging society 2015. ebm2015En.pdf. (https://www.jda.or.jp/pdf/ebm2015En.pdf, accessed __ ________ 2017).
Public Health Committee

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