Globale Ziele der Mundgesundheit

Adopted by the FDI General Assembly September, 2003 in Sydney, Australia
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(Gemeinsame FDI – WHO – IADR-Stellungnahme)

Gründe

FDI und WHO definierten 1981 gemeinsam die ersten Globalen Ziele der Mundgesundheit, die bis zum Jahr 2000 erreicht sein sollten. Eine Überprüfung dieser Ziele kurz vor Ende des gesteckten Zeitraumes ergab, dass sie von Nutzen waren und bei vielen Ländern und Bevölkerungsgruppen erreicht bzw. überschritten wurden. Für einen großen Teil der Weltbevölkerung aber blieben sie ein weit entferntes, großes Ziel.

Bei einem von der FDI-Sektion ‘Öffentliches Gesundheitswesen’ veranstalteten Workshop im Oktober 1999 in Mexico City wurden die globalen Ziele von 1981 überprüft. Parallel dazu, führten WHO-Zentrale und WHO-Regionalbüros eine Evaluation bzgl. der Erreichung der Zielsetzungen durch und initiierten die Definition neuer Zielsetzungen für das Jahr 2020.

Im Anschluss daran wurde eine Arbeitsgruppe - bestehend aus Mitgliedern von FDI, WHO und IADR aus verschiedenen Regionen der Welt – benannt und diese AG entwickelte neue Zielsetzungen bis zum Jahr 2020. Diese wurden zur Kommentierung den nationalen Zahnärzteverbänden, den WHOKooperationszentren für Mundgesundheit sowie anderen interessierten Einzelpersonen und Gruppen zugeleitet.

Evidenz

Nach Überprüfung der globalen und regionalen Ziele für das Jahr 2000: Unter Berücksichtigung der Erreichung der Zielsetzungen und des diesbezüglichen Erfolges wurde festgestellt, dass neue Zielsetzungen die allgemeinen Wünsche und Erwartungen der Zahnärzteschaft in Bezug auf die globale Mundgesundheit widerspiegeln sollten und dass ihre erfolgreiche Implementierung von Details des Zielsetzungsspektrum abhängt, das nationale bzw. stärker lokal orientierte Mundgesundheitsprioritäten vorgibt.

Die derzeitigen Mundgesundheitsziele einer Reihe von Ländern und Regionen wurden überprüft, um die bestgeeignete Struktur neuer globaler Ziele zu definieren. Die diesbezüglich akzeptierte Struktur ermöglicht globale Ziele und Zielvorstellungen, ermöglicht und fördert aber auch lokal orientierte Strukturen im Rahmen von nationalen und lokalen Zielsetzungen.

Zukünftige Forschung

Es besteht ein Bedarf an langfristigen Follow-ups über Effizienz und Nutzen der neuen Zielsetzungen und es besteht auch ein Bedarf an Berichterstattung über die Erfolgsquote.

Bedeutung für das Gesundheitswesen

Bei der Planung und Evaluation von globalen Mundgesundheitsprogrammen und – leistungen können nationale und lokale Zielsetzungen von unschätzbarem Wert bei der Definition und Durchführung der Gesundheitspolitik auf allen Niveaus sein.

Sobald dies erreicht ist, können diese Ziele ein Standard sein für die Verbesserung der Mundgesundheit und für die Aufwertung und Anerkennung der Mundgesundheitsberufe.

Globale Mundgesundheitsziele, Erwartungen und Zielbereiche für das Jahr 2020

Ziele

  • Förderung der Mundgesundheit und Reduzierung der Auswirkungen von mundund kranofazialbedingten Krankheiten auf die Allgemeingesundheit und die psychosoziale Entwicklung, wobei besonderer Nachdruck auf die Förderung der Mundgesundheit bei Bevölkerungsgruppen mit der größten Verbreitung dieser Krankheiten gelegt werden soll;
  • Reduzierung der Auswirkungen von Mund- und Kranofazialerkrankungen auf die Allgemeingesundheit von Einzelpersonen und der Gesellschaft und Verwendung dieser Erkenntnisse für Frühdiagnose, Prävention und effiziente Behandlung von Allgemeinerkrankungen.

Zielsetzungen

  • Reduzierung der Mortalitätsrate bedingt durch Mund- und Kranofazialerkrankungen;
  • Reduzierung der Morbiditätsrate bedingt durch Mund- und Kranofazialerkrankungen mit gleichzeitig besserer Lebensqualität;
  • Förderung von prioritätsbezogenen, fortzuführenden Strukturen und Programmen für die Mundgesundheitsversorgung, die erarbeitet wurden anhand systematischer Überprüfungen der besten Ergebnisse und Praxiserkentnisse (i.e. evidenzbasiert);
  • Entwicklung möglicher und bezahlbarer sowie kosten-effizienter Mundgesundheitssysteme zur Bereitstellungen von Präventionsmaßnahmen sowie zur Kontrolle von Mund- und Kranofazialerkrankungen - immer unter Zuhilfenahme des allgemein definierten Risikofaktors;
  • Integration der Mundgesundheitsförderung und –versorgung in andere, die Gesundheit tangierende Bereiche;
  • Entwicklung von Mundgesundheitsprogrammen zur Verbesserung der Allgemeingesundheit;
  • Stärkung der Systeme und Maßnahmen zur Kontrolle der Mundgesundheit: Durchführungsmodalitäten und Ergebnisse;
  • Förderung der sozialen Verantwortung und der Befolgung der ethischen Richtlinien durch die Leistungserbringer;
  • Abbau des unterschiedlichen Zustandes der Mundgesundheit bei den einzelnen sozio-ökonomischen Gruppen in den Ländern und der länderübergreifenden unterschiedlichen Mundgesundheit;
  • Steigerung der Zahl des in der Gesundheitsversorgung tätigen Gesundheitspersonals, das eine entsprechende Unterweisung zur genauen epidemiologischen Kontrolle und Überwachung von Munderkrankungen und anomalien erhalten hat.

Zielvorgaben

Die Zielvorgaben sollten so definiert werden, dass vordeterminierte Mundgesundheitsprioritäten auf nationaler und lokaler Ebene erfüllt werden können. Folgende Bereiche sollten bei der Selektion von Zielvorgaben unter Berücksichtigung von lokalen Prioritäten auskristallisiert werden:

  • Schmerz
  • funktionelle Anomalien
  • Infektionserkrankungen
  • Oropharyngeal-Krebs
  • orale Manifestationen von HIV-Infektionen
  • Noma, Trauma
  • Kraniofazial-Anomalien
  • Zahnkaries
  • Zahnentwicklungsanomalien
  • Parodontopathien
  • Erkrankungen der Mundschleimhaut
  • Anomalien der Speicheldrüsen
  • Zahnverlust
  • Gesundheitsdienste
  • Informationssysteme über Gesundheitsversorgung
Public Health Committee

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