Ethische Grundsätze für die Internationale Rekrutierung von Zahnärzten und Zahnärztlichem Personal

Adopted by the FDI General Assembly September, 2006 in Shenzhen, China
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Die FDI erkennt an, dass der Zugang zu zahnmedizinischer Betreuung und auch die Migration aus beruflichen, wirtschaftlichen oder persönlichen Gründen Menschenrechte sind und dass alle Länder entsprechend planen müssen. Viele Angehörige zahnmedizinischer Berufe suchen Möglichkeiten und eine größere Beschäftigungssicherheit auf dem internationalen Arbeitsmarkt.

Expandierende Arbeitsmärkte haben zu einer Konzentration von Fachkräften in städtischen Einzugsgebieten und zu einer Beschleunigung der internationalen Migration von Beschäftigten in Gesundheitsberufen aus den ärmsten Ländern in Richtung der wohlhabendsten Länder geführt. Einige Länder kürzen die Investitionen in die Ausbildung der Beschäftigten in den Gesundheitssystemen mit der Folge, dass immer weniger junge Menschen eine Ausbildung in diesem Bereich absolvieren. Die daraus resultierende Personalknappheit, der Einsatz unzureichend ausgebildeten Personals und Versorgungslücken sind typisch für die Arbeitkskräftekrise, die inzwischen in vielen der ärmsten Länder der Welt herrscht.

Die systematische internationale Rekrutierung von Zahnärzten und zahnmedizinischem Personal kann nur eine kurzfristige Lösung sein, um den Personalmangel im eigenen Land auszugleichen. Es ist wichtig, dass diese internationale Rekrutierung nicht zum Schaden anderer Länder erfolgt.

Die FDI unterstützt die Entschließung der 57. WHO-Versammlung (WHA57.19), die die Bedeutung von zwischenstaatlichen Vereinbarungen zur Migrationsregelung hervorhebt sowie die unabhängige Überwachung dieser Vereinbarungen vorsieht.

Die nationalen Zahnärzteverbände sind aufgefordert:

  • In Zusammenarbeit mit den Regierungen dafür zu sorgen, dass eine angemessene Zahl von Zahnärzten unter Berücksichtigung nationaler Bedürfnisse und verfügbarer Ressourcen ausgebildet wird;
  • Politische Maßnahmen und Strategien zu fördern, die die Bindung von Zahnärzten in ihren Heimatländern unterstützen;
  • Strategien mit Partnern zu fördern, um die schädlichen Folgen der Auswanderung von Zahnärzten auf die Gesundheitssysteme in ihren Heimatländern zu verringern;
  • Ihre Regierungen dabei zu unterstützen, legal im Ausland rekrutierte Angehörige zahnärztlicher Berufe, die die Anforderungen des Ziellandes an die zahnärztliche Berufsausübung erfüllen, arbeitsrechtlich genau so zu schützen wie alle anderen Angehörigen zahnmedizinischer Berufe in ihren Ländern. Dazu gehören die Unterstützung der beruflichen Karriere ebenso wie der Zugang zu einer kontinuierlichen beruflichen Fortbildung.
Dental Practice Committee

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