Dentin Hypersensitivity

Adopted by the FDI General Assembly September, 2009 in Singapore, Singapore
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Einleitung

Dentinhypersensitivität ist gekennzeichnet durch einen kurzen, intensiven Schmerz aufgrund einer Reaktion auf eine Reizapplikation des freiliegenden Dentins, meistens im Bereich des Zahnhalses. Dabei handelt es sich typischerweise um einen thermischen, evaporativen, taktilen, osmotischen oder chemischen Reiz, der jedoch nicht auf Zahndefekte, Zahnerkrankungen oder restaurative Behandlungen zurückgeführt werden kann. Es handelt sich hierbei um ein oft auftretendes, aber häufig falsch verstandenes klinisches Problem, das bei zahlreichen Erwachsenen mit einer unterschiedlicher Prävalenz von 3% bis 57% auftritt, je nach untersuchter Population und verwendeter Untersuchungsmethode. Im Allgemeinen haben Parodontitispatienten eine höhere Dentinhypersensitivitäts-Prävalenz, vermutlich aufgrund des höheren Risikos und häufigeren Vorkommens freiliegender Wurzeln infolge parodontaler Zerstörungen. In den letzten Jahren gibt es immer mehr jüngere Erwachsene, die von diesem lästigen Problem betroffen sind. Dabei spielt die Belastung durch prädisponierende Faktoren wie säurebildende Ernährung, traumatisches Zähneputzen, persönliche Angewohnheiten und die unsachgemäße Anwendung von Produkten zur Zahnaufhellung wahrscheinlich eine Rolle. Eine wachsende Zahl von Patienten möchte dieses Problem professionell behandeln lassen.

Die Freilegung von offenen Dentintubuli aufgrund des Verlustes von Zahnschmelz oder einer Gingivarezession oder beidem mit einem nachfolgenden Verlust des Zements und/oder Dentins gilt als eine der primären Ursachen der Dentinhypersensitivität entsprechend der Theorie der Flüssigkeitsverschiebung durch Veränderung des hydrostatischen Drucks. Im Laufe der Zeit kann es einen natürlichen Verschlussprozess der offenen Tubuli durch Kalkkristalle geben. Darüber hinaus kann Dentinhypersensitivität oft in Kombination mit anderen Zuständen wie Erosion, Abrieb, Attrition, Abfraktion, Zähneknirschen, genetische Konstitutionen und parodontalen Bedingungen auftreten.

Die FDI trifft folgende Feststelllungen:

  • Das Verständnis der ätiologischen und prädisponierenden Faktoren sowie eine kompetente Diagnose sind eine Grundvoraussetzung für die wirkungsvolle Behandlung der Dentinhypersensitivität.
  • Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es keine ausreichende Evidenz als Grundlage für die Erarbeitung einer spezifischen Leitlinie zur Behandlung der Dentinhypersensitivität.
  • Es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten, die entweder eine Modifizierung, Blockierung oder Änderung der Flüssigkeitsbewegung in den Dentintubuli bewirken und eine Reaktion des Pulpanervs verhindern.
  • Nach einer Identifizierung der prädisponierenden Faktoren und einer kompetenten Diagnose könnte die Behandlung der Dentinhypersensitivität sowohl vom zahnärztlichen Team in der Praxis als auch begleitend zu Hause vom Patienten selbst durchgeführt werden. Die relevanten prädisponierenden Faktoren sollten angesprochen und geeignete Präventionsmaßnahmen durchgeführt werden. Am wenigsten invasive Behandlungen (z. B. die Verwendung desensibilisierender Zahnpasten oder Wirkstoffen) werden zunächst bevorzugt; falls erforderlich, können invasive Eingriffe später vom Zahnarzt vorgenommen werden.
  • Weitere multidisziplinäre Forschungen im Bereich der Dentinhypersensitivität werden empfohlen.

Literaturhinweise

  • Canadian Advisory Board on Dentin Hypersensitivity. Consensus-based recommendations for the diagnosis and management of dentin hypersensitivity. J Can Dent Assoc 2003; 69:221-226.
  • Orchardson R, Gillam DG. Managing dentin hypersensitivity. JADA 2006; 137:990-998.
  • Drisko C. Oral hygiene and periodontal considerations in preventing and managing dentine hypersensitivity. Int Dent J 2007; 57:399-410.
  • West NX. The dentin hypersensitivity patient – a total management package. Int Dent J 2007; 57:411-419.
Science Committee

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