Dentalerosion

Adopted by the FDI General Assembly September, 2000 in Paris, France
Revised October, 2007 in Dubai, United Arab Emirates
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Einleitung

  • Dentalerosion ist ein multifaktorieller Prozess, der den Verlust von Zahnschmelz und Dentin nach sich zieht und in deren Verlauf die Zahnhartsubstanz unabhängig von der Anwesenheit von Bakterien durch Säure aufgelöst wird. Dieser Prozess kann alle Altersgruppen betreffen und erfordert in der langfristigen Behandlung des Gebisses zunehmend Beachtung.
  • Die Säureeinwirkung kann exogene (durch Nahrungsmittel bewirkt) oder endogene Ursachen (in erster Linie gastrische Faktoren) haben.
  • Die Diagnose kann durch einen überlagerten Verlust von Zahnhartsubstanz durch Abrieb, Attrition oder Stauchungsfrakturen erschwert werden.
  • Weiche, saubere Läsionen mit abgerundeten Rändern deuten auf einen progressiven Verlauf hin; verfärbte Läsionen sind ein Hinweis darauf, dass diese inaktiv sind.
  • Restaurationen (besonders mit Amalgam oder Gold), deren Ränder über der Zahnoberfläche liegen, und „eingedellte“ Dentinläsionen sind eindeutige Hinweise auf Erosion.
  • Speichel und besonders der unstimulierte Speichelfluss und die Pufferkapazität des Speichels sind wichtige modifizierende Faktoren.
  • Bei der Klassifikation und der Diagnose des nicht kariesbedingten Zahnverlustes gibt es Unterschiede zwischen einzelnen Ländern.

Stellungnahme

  • Eine genaue Kenntnis der Ätiologie ist wichtig für eine erfolgreiche Behandlung der Zahnerosion.
  • Eine falsche Diagnose der Mitwirkung von Abrieb, Attrition oder Stauchungsfrakturen an spezifischen Läsionen hat eine ungeeignete oder unwirksame Behandlung zur Folge.
  • Alle Patienten sind auf Anzeichen eines nicht kariesbedingten Zahngewebeverlustes zu untersuchen.
  • Das Alter des Patienten hat Einfluss auf die Signifikanz des verfügbaren Erosionsindexes.
  • Die Patientenschulung ist entscheidend für die Verhinderung eines weiteren Fortschreitens der Läsionen. Zu den Präventivempfehlungen gehören:
    • Identifizierung von Säurequellen; Ergreifen geeigneter Maßnahmen zu deren Reduzierung oder Beseitigung;
    • Zähneputzen direkt vor und nach Säureangriffen vermeiden;
    • Verwendung einer weichen Zahnbürste und einer gering abrasiven Zahnpasta;
    • Vor oder nach einem Säureangriff ist ein neutralisierendes/remineralisierendes Produkt zu verwenden (z. B. Fluorid, Milch, Joghurt oder CPP-ACP)
    • Stimulation des Speichelflusses
  • Anhand genauer Längsstudienmodelle kann beurteilt werden, wie schnell die Läsion fortschreitet.

Referenz

  • Bartlett DW. The role of erosion in tooth wear: aetiology, prevention and management. Int Dent J. 2005;55(4 Suppl 1):277-84.
  • Lussi A (Ed). Dental erosion. From diagnosis to therapy. Monographs in Oral Science, No 20. Basel: S Karger Ag, 2006
  • Millward A, Shaw L, Smith AJ, Rippin JW, Harrington E. The distribution and severity of tooth wear and the relationship between erosion and dietary constituents in a group of children. Int J Paediatr Dent. 1994 Sep;4(3):151-7.
  • Zero DT, Lussi A. Erosion--chemical and biological factors of importance to the dental practitioner. Int Dent J. 2005;55(4 Suppl 1):285-90.
Science Committee

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